Wärmepumpe vor dem Winter?Sichern Sie sich jetzt einen Einbautermin für 2026.

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende – und trotzdem fragen sich viele Hausbesitzer, was da eigentlich im Keller oder vor der Hauswand passiert. Das Prinzip ist überraschend einfach: Eine Wärmepumpe holt kostenlose Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und verwandelt sie in nutzbare Heizwärme. Dafür braucht sie nur einen kleinen Anteil Strom – ähnlich wie ein Kühlschrank, der Wärme aus Lebensmitteln „pumpt”. Dieser Ratgeber erklärt, wie das konkret funktioniert und welche Wärmequellen infrage kommen.

Der Kältekreis: Das Herzstück der Wärmepumpe

Das Grundprinzip der Wärmepumpe beruht auf einem geschlossenen Kreislauf, dem sogenannten Kältekreis. Vier Bauteile arbeiten darin zusammen: Verdampfer, Kompressor, Verflüssiger und Expansionsventil. Im Kreislauf zirkuliert ein Kältemittel – eine Flüssigkeit, die schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft.

Schritt 1: Verdampfen

Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Wärme aus der Umgebung auf – aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Diese Wärme reicht aus, um das Kältemittel von der flüssigen in die gasförmige Phase zu überführen. Das passiert auch bei Minustemperaturen: Selbst bei −10 °C enthält Außenluft noch nutzbare Energie.

Schritt 2: Verdichten

Das gasförmige Kältemittel gelangt in den Kompressor – den einzigen Bauteil, der elektrischen Strom verbraucht. Der Kompressor erhöht den Druck des Gases stark. Ein physikalisches Gesetz macht sich das zunutze: Mit steigendem Druck steigt auch die Temperatur. Das komprimierte Gas wird dadurch deutlich heißer als die ursprüngliche Umgebungstemperatur.

Schritt 3: Wärme abgeben

Im Verflüssiger gibt das heiße Gas seine Wärme an das Heizsystem ab – also an die Fußbodenheizung oder die Heizkörper im Haus. Dabei kühlt das Kältemittel wieder ab und wird flüssig.

Schritt 4: Entspannen

Das nun flüssige Kältemittel strömt durch das Expansionsventil. Dort fällt der Druck abrupt ab – die Temperatur sinkt wieder stark, und das Kältemittel ist bereit, erneut Umgebungswärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Hinweis: Der Kältekreis ist hermetisch geschlossen. Das Kältemittel verbraucht sich nicht und tritt unter normalen Bedingungen nicht aus. Wartung und eventuelle Kältemitteltests obliegen zertifizierten Fachbetrieben.

COP: Wie viel Wärme liefert eine Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom?

Der COP (Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kennzahl, wenn es um die Momentanleistung einer Wärmepumpe geht. Er gibt an, wie viel Kilowatt Wärmeleistung die Anlage pro Kilowatt elektrischer Leistungsaufnahme erzeugt.

COP-WertBedeutung
1,0Nur Strom wird in Wärme umgewandelt – kein Vorteil gegenüber Direktstrom
2,5Für 1 kW Strom liefert die Wärmepumpe 2,5 kW Wärme
4,0Für 1 kW Strom liefert die Wärmepumpe 4,0 kW Wärme
5,0+Sehr effizient – typisch für Erdwärme bei niedriger Vorlauftemperatur

Der COP ist keine feste Größe, sondern hängt von zwei Faktoren ab: der Temperatur der Wärmequelle (je wärmer, desto besser) und der benötigten Vorlauftemperatur (je niedriger, desto besser). Deshalb arbeiten Wärmepumpen mit Fußbodenheizung und Erdwärme in der Regel effizienter als mit Hochtemperatur-Heizkörpern und Außenluft im Winter.

Für die jährliche Bilanz ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) – auch SCOP genannt – aussagekräftiger. Sie beschreibt die Effizienz über alle Betriebsstunden eines Jahres. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber JAZ, COP & SCOP verständlich erklärt.

Die drei Wärmequellen im Überblick

Welche Wärmequelle genutzt wird, entscheidet über Aufwand, Kosten und Effizienz der Anlage erheblich. Grundsätzlich gibt es drei Varianten.

Außenluft (Luft-Wasser-Wärmepumpe)

Die am häufigsten eingebaute Variante: Ein Außengerät saugt Umgebungsluft an, der Verdampfer entzieht ihr Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind vergleichsweise einfach zu installieren und ohne Genehmigungsaufwand für das Grundstück realisierbar. Der Nachteil: Im tiefsten Winter, wenn die Heizlast am höchsten ist, sinkt die Effizienz, weil die Außentemperatur dann besonders niedrig ist. Moderne Geräte wie die Daikin Altherma 4 arbeiten jedoch noch bis −25 °C zuverlässig.

Der Lüfter des Außengeräts erzeugt Betriebsgeräusche. Worauf bei Aufstellung und Schallschutz zu achten ist, erklärt der Ratgeber Lautstärke & Schallschutz bei Wärmepumpen.

Erdreich (Sole-Wasser-Wärmepumpe)

Erdkollektoren oder Erdsonden entziehen dem Boden Wärme. Ab etwa einem Meter Tiefe bleibt die Erdreichtemperatur das ganze Jahr zwischen 8 °C und 12 °C relativ konstant – ein großer Vorteil gegenüber schwankender Außenluft. Sole-Wasser-Wärmepumpen wie die Buderus Logatherm WPS oder die Zewotherm Lambda erreichen deshalb höhere Jahresarbeitszahlen.

Der Nachteil: Erdsonden erfordern eine Bohrung und eine wasserrechtliche Genehmigung. Flächenkollektoren benötigen große Fläche auf dem Grundstück und stören die Bepflanzung oberflächlich. Das macht die Installation aufwendiger und teurer.

Grundwasser (Wasser-Wasser-Wärmepumpe)

Grundwasser hält ganzjährig eine Temperatur von etwa 10 °C bis 12 °C – ideal für Wärmepumpen. Wasser-Wasser-Anlagen erreichen daher die höchsten Effizienzwerte. Der Aufwand ist jedoch beträchtlich: Es werden ein Förderbrunnen und ein Schluckbrunnen benötigt, außerdem ist eine wasserrechtliche Genehmigung zwingend. Diese Variante kommt im Großraum München nur dann infrage, wenn die Grundwasserverhältnisse passen und die Behörde die Genehmigung erteilt.

Orientierung Wärmequellen im Vergleich

WärmequelleTypischer JAZ-BereichGenehmigung nötigInstallationsaufwand
Außenluft2,5 – 3,8Nein (ggf. Baurecht)Gering
Erdreich (Sonde)3,5 – 5,0Ja (Tiefbau/Wasser)Hoch
Grundwasser4,0 – 5,5Ja (Wasserrecht)Sehr hoch

Alle Werte sind Orientierungsgrößen. Die tatsächliche JAZ hängt von Gebäudedämmung, Vorlauftemperatur und Nutzungsverhalten ab.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

Der Strombedarf hängt von der Heizlast des Gebäudes, der Effizienz der Anlage und der gewünschten Warmwasserversorgung ab. Als grobe Orientierung gilt: Bei einer JAZ von 3,5 und einem Jahres-Wärmebedarf von 15.000 kWh verbraucht die Wärmepumpe rund 4.300 kWh Strom. Ein Wärmepumpen-Stromtarif oder eigener Photovoltaik-Strom senken die laufenden Kosten deutlich.

Wichtig: Der Strom für die Wärmepumpe zählt beim Finanzamt zu den Heizkosten. Bei einem selbst genutzten Einfamilienhaus können Handwerkerkosten für Wartung und Installation steuerlich absetzbar sein – prüfen Sie das mit Ihrem Steuerberater.

Monovalenter vs. bivalenter Betrieb

Eine Wärmepumpe kann das Gebäude monovalent versorgen – also allein, ohne zusätzliche Heizquelle. Das gelingt, wenn die Anlage groß genug dimensioniert ist und das Gebäude gut gedämmt ist.

Bei sehr kalten Außentemperaturen (z. B. unter −10 °C) sinkt die Effizienz der Luft-Wärmepumpe. In diesem Fall gibt es zwei Strategien:

Förderung: Bis zu 70 % Zuschuss möglich

Der Tausch einer alten fossilen Heizung gegen eine Wärmepumpe wird 2026 großzügig gefördert. Die BAFA-/KfW-Heizungsförderung setzt sich aus mehreren Boni zusammen (Stand 2026, vor Antrag prüfen):

Der Antrag muss über die KfW vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Alle Details zur Förderung finden Sie auf der Seite Förderung 2026 und im Ratgeber BAFA & KfW Förderung 2026.

Warmwasser: Wärmepumpe als Komplettlösung

Moderne Wärmepumpen bereiten nicht nur Heizwärme, sondern auch Warmwasser auf. Ein integrierter Warmwasserspeicher – oder ein separater Brauchwasser-Wärmepumpen-Speicher – ermöglicht komfortables Duschen und Baden ohne separate Gastherme. Dafür muss das System auf mindestens 55 °C Warmwassertemperatur ausgelegt sein, um Legionellenwachstum sicher auszuschließen.

Kältemittel: Was steckt im Kreislauf?

Das Kältemittel ist das Herzblut des Kältekreises. Es muss bei sehr niedrigen Temperaturen verdampfen und bei höheren Drücken wieder kondensieren. Lange Zeit wurden synthetische Kältemittel wie R410A oder R32 eingesetzt. Diese haben jedoch einen hohen globalen Erwärmungspotenzial-Wert (GWP) und unterliegen zunehmend strengeren EU-Regulierungen (F-Gas-Verordnung).

Neuere Anlagen setzen deshalb auf Kältemittel der nächsten Generation:

Für Anlagen mit natürlichem Kältemittel (Propan/R290, CO₂/R744 oder Sole/Wasser/Wasser-Systeme) gibt es in der KfW-Heizungsförderung 2026 einen Effizienz-Bonus von 5 % – das erhöht den möglichen Fördersatz auf bis zu 70 %. Details finden Sie auf unserer Seite Förderung 2026.

Häufige Fragen

Kann eine Wärmepumpe mein Haus im Winter wirklich warm halten?

Ja – wenn die Anlage richtig auf das Gebäude dimensioniert ist. Moderne Wärmepumpen arbeiten zuverlässig bis −20 °C oder kälter. Bei extremen Kälteperioden unterstützt ein elektrischer Heizstab, der nur wenige Stunden pro Jahr aktiv ist. Eine sorgfältige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor der Installation ist Pflicht.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Gut gewartete Wärmepumpen erreichen Betriebsdauern von 15 bis 25 Jahren. Der Kompressor ist das Verschleißteil; er lässt sich im Servicefall tauschen. Regelmäßige Wartung – mindestens einmal jährlich – schützt die Anlage und sichert Hersteller-Garantieleistungen.

Ist eine Wärmepumpe auch für unsanierte Altbauten geeignet?

Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Entscheidend ist die benötigte Vorlauftemperatur. Je besser die Dämmung und je größer die Heizkörper, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein – und desto effizienter läuft die Wärmepumpe. Ein Vor-Ort-Termin zeigt, was in Ihrem Gebäude möglich ist. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe mit vorhandenen Heizkörpern.

Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Regel genehmigungsfrei, muss aber die bauordnungsrechtlichen Abstandsregeln und die TA-Lärm-Grenzwerte einhalten. Erdwärme-Anlagen mit Tiefenbohrung benötigen immer eine wasserrechtliche Genehmigung. Bayern hat dafür klare Verfahren; wir übernehmen die Antragstellung für Sie.

Lohnt sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe auch ohne Photovoltaik?

Ja. Der Vorteil der Wärmepumpe – mehr Wärme als Strom eingesetzt – besteht unabhängig davon, woher der Strom kommt. Mit Photovoltaik-Anlage sinken die Betriebskosten zusätzlich, weil selbst erzeugter Strom günstiger ist als Netzbezug. Eine Kombination aus Wärmepumpe und PV ist deshalb besonders wirtschaftlich – aber nicht Voraussetzung.


Möchten Sie wissen, welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt? Nutzen Sie unseren Konfigurator oder vereinbaren Sie einen kostenlosen Vor-Ort-Termin unter 089 41629205.

Ihre persönliche Frage ist noch offen? Wir antworten ehrlich.

Anrufen Angebot anfragen