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Es ist eines der häufigsten Bedenken, das uns im Erstgespräch begegnet: „Aber im Winter, wenn es richtig kalt ist – funktioniert die Wärmepumpe dann überhaupt noch?” Die Frage ist verständlich. Wer hört, dass eine Wärmepumpe „Wärme aus der Luft gewinnt”, fragt sich zurecht, was passiert, wenn diese Luft mehrere Grad unter null hat.

Die ehrliche Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Und sie hängt weniger vom Gerät ab als von der Auslegung.

Was eine Luft-Wasser-Wärmepumpe physikalisch macht

Eine Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf das Heizsystem im Gebäude. Das funktioniert, weil auch Luft bei Temperaturen von -10 oder -15 Grad noch Energie enthält – Wärme ist keine Eigenschaft, die bei null Grad aufhört zu existieren, sondern erst beim physikalischen Nullpunkt von -273 Grad Celsius.

Das Gerät verdichtet ein Kältemittel, das bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft und dabei Wärme aufnimmt. Nach der Verdichtung gibt es diese Wärme an das Heizsystem ab. Dieser Prozess funktioniert auch bei Außentemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt – aber er wird weniger effizient, je kälter es ist.

Effizienz bei Kälte: Was wirklich passiert

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) oder als momentaner COP (Coefficient of Performance) angegeben. Vereinfacht: Ein COP von 3 bedeutet, dass die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme erzeugt.

Bei steigenden Außentemperaturen steigt der COP – bei sinkenden Temperaturen fällt er. Das ist keine Schwäche des Geräts, sondern ein physikalisches Grundprinzip. Was daraus folgt:

In der Region München liegen die Temperaturen an den allermeisten Heiztagen deutlich über -10 Grad. Extreme Kälteperioden sind die Ausnahme, nicht die Regel. Das bedeutet: Der Großteil der Heizenergie wird in einem Temperaturbereich erzeugt, in dem Wärmepumpen sehr gut arbeiten.

Die Jahresarbeitszahl einer Anlage hängt nicht nur vom Gerät, sondern stark von der Gebäudequalität, der Systemtemperatur und dem Nutzungsverhalten ab. Pauschalangaben sind deshalb wenig aussagekräftig – entscheidend ist die konkrete Auslegung für Ihr Gebäude.

Der entscheidende Punkt: Auslegung für den Auslegungs-Außentemperatur-Tag

Hier liegt der technische Kern der Frage. Jede Wärmepumpen-Anlage wird auf einen sogenannten Auslegungs-Außentemperatur-Tag ausgelegt – die kälteste Temperatur, mit der in der jeweiligen Region regelmäßig zu rechnen ist. Für die Region München liegt dieser Wert typischerweise im Bereich von -12 bis -16 Grad.

An diesem kältesten Tag muss die Anlage das Gebäude vollständig versorgen können. Wenn sie das kann, ist sie für alle anderen Wintertage ohnehin in der Lage, ausreichend Wärme zu liefern.

Eine falsch ausgelegte Anlage – zu klein dimensioniert – hat dann das Problem, das viele mit Wärmepumpen verbinden: Sie kommt bei Kälte an ihre Grenzen, und ein elektrischer Zuheizer übernimmt. Das ist teuer und gibt der Wärmepumpe zu Unrecht einen schlechten Ruf.

Eine korrekt ausgelegte Anlage hat dieses Problem nicht. Deshalb ist die Heizlastberechnung vor jeder Installation keine bürokratische Pflicht, sondern die eigentliche Grundlage für eine funktionierende Anlage.

Warum manche Wärmepumpen im Winter enttäuschen

Wenn eine Anlage häufig auf elektrische Zusatzheizung angewiesen ist oder bei Kälte die Raumtemperatur nicht hält, liegt das fast immer nicht am Gerät, sondern an einer unzureichenden Heizlastberechnung oder an Systemtemperaturen, die für das vorhandene Heizsystem zu niedrig angesetzt wurden. Beides sind Planungsfehler, keine Produktfehler.

Was bei sehr niedrigen Temperaturen wirklich passiert

Elektrischer Zuheizer

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen – darunter die Geräte, die wir einsetzen – haben einen integrierten elektrischen Zuheizer. Dieser springt automatisch an, wenn die Anlage alleine nicht ausreicht. Er ist teurer im Betrieb als der Wärmepumpenbetrieb, aber er stellt sicher, dass Sie auch bei ungewöhnlich tiefen Temperaturen warm bleiben.

In einem korrekt ausgelegten System kommt dieser Zuheizer selten zum Einsatz – und wenn, dann nur für kurze Zeiträume. Wenn er dauerhaft läuft, ist das ein Hinweis auf eine fehlerhafte Auslegung.

Abtauzyklus

Bei bestimmten Außenbedingungen – typischerweise zwischen etwa -5 und +5 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit – bildet sich am Außengerät Eis. Die Anlage unterbricht dann kurzzeitig den Heizbetrieb und taut das Außengerät ab. Das ist ein normaler Betriebszustand, kein Fehler.

Moderne Anlagen steuern den Abtauzyklus intelligent und minimieren die Heizunterbrechung. Für den Wohnkomfort ist das kaum spürbar – das Heizsystem kühlt in der kurzen Pause nicht merklich ab.

Kältere Nächte und Absenkbetrieb

Eine häufig gestellte Frage: Sollte ich die Wärmepumpe nachts auf eine niedrigere Temperatur absenken, um Strom zu sparen? Bei Wärmepumpen ist diese Empfehlung differenzierter als bei alten Gasheizungen. Wärmepumpen profitieren von einem gleichmäßigen Betrieb – starke Absenkungen führen dazu, dass die Anlage morgens hohe Leistung aufbringen muss, um das Gebäude wieder aufzuwärmen, was die Effizienz senkt. Wir stellen die Regelung so ein, dass Sie komfortabel wohnen und gleichzeitig effizient heizen.

Hybridlösungen: Wann sie sinnvoll sind

In manchen Gebäuden – besonders bei sehr hoher Heizlast oder wenn eine vollständige Systemanpassung wirtschaftlich nicht attraktiv ist – kann eine Hybridlösung sinnvoll sein: Die Wärmepumpe übernimmt den größten Teil des Jahres, ein kleiner Gas- oder Pelletkessel deckt nur die Spitzenlasten bei extremer Kälte ab.

Das ist kein Kompromiss aus Überzeugung, sondern eine pragmatische Lösung für bestimmte Situationen. Wir sprechen das offen an, wenn es in Ihrem Fall zutrifft – ohne Schönfärberei.

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet

Wärmepumpen funktionieren im Winter. Sie werden weniger effizient, je kälter es wird – aber bei korrekter Auslegung bleiben sie das ganze Jahr wirtschaftlich und zuverlässig. Die Frage ist nicht, ob eine Wärmepumpe das Klima in der Region München aushält. Sie tut es. Die Frage ist, ob Anlage und Gebäude zusammenpassen.

Das lässt sich nur mit einer Vor-Ort-Analyse beantworten. Wir kommen kostenlos zu Ihnen, schauen uns Gebäude und Heizsystem an, und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung – ob eine Wärmepumpe sinnvoll ist, welches System passt, und was es kostet.

Rufen Sie uns an: 089 41629205, oder nutzen Sie unseren Konfigurator für eine erste Orientierung. Weitere Hintergründe finden Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau und auf der Wärmepumpen-Übersichtsseite.


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